Die größte KGB-Zentrale außerhalb der Sowjetunion in Berlin-Karlshorst

Kaum etwas erinnert daran, dass dieses Wohnquartier einst ein streng abgeschirmter militärischer Hochsicherheitsbereich war. Im so genannten „Berliner Kreml“ in Berlin-Karlshorst befand sich über Jahrzehnte die Deutschlandzentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB.

Auf einem Spielplatz toben Kinder und auf den Balkonen trocknet die Wäsche. Bis auf eine Informationstafel am großen Tor erinnert heute nichts mehr an die bewegte Geschichte dieses Quartiers an der Zwieseler Straße.

Der sowjetische Geheimdienst KGB richtete in den 1960er Jahren in einer ehemaligen Pionierschule der deutschen Wehrmacht die größte und am westlichsten gelegene Zentrale außerhalb der Sowjetunion ein, denn Berlin war durch die Präsenz der Westalliierten im Kalten Krieg von herausragender Bedeutung. Zuvor residierte der KGB in einem anderen Objekt des riesigen Sperrbezirkes Berlin-Karlshorst.

Von der Zwieseler Straße aus koordinierten etwa 1.000 Mitarbeiter des Geheimdienstes die Spionagetätigkeiten. Damit war Karlshorst auch im Fokus der westlichen Geheimdienste, die hier ihr wichtigstes Operationsziel sahen. Sogar zwischen den sowjetischen Geheimdiensten herrschte Misstrauen. Auf einem Nachbargrundstück saß der Militärische Nachrichtendienst GRU. Beide Areale waren durch Mauern voneinander abgegrenzt.

Der Geheimdienststandort Karlshorst war natürlich auch ein zentraler Ort der Repression und sowjetischen Herrschaftssicherung, denn beim Wettstreit der Systeme zwischen Ost und West durfte keine Kritik und kein Widerstand in der Bevölkerung geduldet werden. Viele Menschen gerieten daher zu unrecht in die Fänge der sowjetischen Geheimdienste. Wie auch bei anderen Geheimdienststandorten gab es ein Untersuchungsgefängnis, wo rechtsstaatliche Standards ausgehebelt wurden.

Durch den Denkmalstatus blieben einige Gebäude des KGB-Viertels nach dem Abzug der russischen Streitkräfte 1994 stehen, um sie nach der Sanierung als Wohnhäuser erstmals zivil zu nutzen.

Infobox

KGB-Deutschlandzentrale

Zwieseler Str. 40, 10318 Berlin

Anreise:

S-Bahn bis „Karlshorst“ oder Bus 296 bis „Museum Karlshorst“



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