Sowjetische Botschaft Berlin – Geheimnisvolles Machtzentrum im Herzen einer geteilten Stadt

Die gigantische Sowjetische Botschaft in Berlin wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als größte Botschaftsanlage Europas gebaut. Der legendenumrankte Palastbau war Ausdruck des Machtanspruchs der Sowjetunion.

Am Berliner Prachtboulevard „Unter den Linden“ in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor befand sich seit dem 19.Jahrhundert die russische und später sowjetische Botschaft. Der russische Zar ließ einst tonnenweise russische Erde mit der Eisenbahn heranschaffen, damit die Diplomaten auf heimischen Boden ihre Arbeit verrichten konnten. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Botschaft zerstört. Doch schon kurz nach dem Ende des Krieges begannen die Planungen für eine neue Botschaft, die nun mit dem aufkommenden Kalten Krieg von besonderer symbolischer und geostrategischer Bedeutung war. Zwischen 1948 und 1951 ließ Josef Stalin den Monumentalbau im Stil des Klassizismus errichten – die favorisierte Stilrichtung des sowjetischen Diktators, da sie die Größe und den Machtanspruch der Sowjetunion symbolisierte.

Ganz bewusst überragt daher ein aufgesetzter Turm in der Mitte der Botschaft die anderen Gebäude am Boulevard. Einmalig ist auch das imposante Eingangsportal, das von der Straße zurückgesetzt ist, um für einen Ehrenhof Platz zu schaffen. Mit Wohngebäuden, einer Schule und einem Schwimmbad gleicht das Botschaftsgelände einem eigenen, für die Öffentlichkeit gesperrten Stadtteil. Später orientierten sich die Architekten der Berliner Stalinallee (heute: Karl-Marx-Allee) an diesem Baustil. Die Innenausstattung steht dem eindrucksvollem Äußeren der Botschaft in nichts nach, bleibt den meisten Menschen jedoch verschlossen. Marmor und Granit sollen teilweise aus der im Krieg zerstörten Reichskanzlei Hitlers entnommen sein. Die repräsentativen Räume wie der Kuppel-, Wappen- und Spiegelsaal wurden oft für hochrangige politische Treffen und den Empfang von Prominenz genutzt. Im Jahr 1963 besuchten Juri Gagarin, der erste Mensch im Weltall und die erste Kosmonautin Valentina Tereschkowa die Botschaft in Berlin, die nur einen Steinwurf von der Berliner Mauer entfernt lag.

Neben dem Oberkommando der Sowjetstreitkräfte in Wünsdorf und dem sogenannten „Berliner Kreml“ in Berlin-Karlshorst war die dem sowjetischen Außenministerium unterstellte Botschaft als Repräsentantin und Vertretung der sowjetischen Interessen das dritte sowjetische Machtzentrum in der DDR.

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Infobox

Russische Botschaft Berlin

Unter den Linden 63-65, 10117 Berlin

Anreise:

S-Bahn und U-Bahn bis „Brandenburger Tor“

Web:

Ehemalige Sowjetische Botschaft



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